Pater Anton Srholec erhält Leopold Kunschak-Preis 2015

Er wurde 1999 mit dem Kardinal König-Preis für Verdienste um Glauben und Freiheit und 2013 mit dem Ján Langoš-Stiftung-Preis für Verdienste um die Demokratie ausgezeichnet. Die Festrede zur Preisverleihung der Langoš-Stiftung hielt der abgesetzte Erzbischof Róbert Bezák. Am 22. Mai 2015 wird P. Srholec mit dem Leopold Kunschak-Anerkennungspreis in Wien ausgezeichnet.

Anton Srholec (*1929) ist einer der bedeutendsten Dissidenten-Priester in der Slowakei. Er ist Präsident der Konföderation der politischen Gefangenen der Slowakei, die Licht in die totalitäre Zeit von 1948 bis 1989 bringen und den Opfern zu Gerechtigkeit und Genugtuung verhelfen will. Seit 1992 leitet Pater Srholec das Sozialprojekt Resoty in Bratislava, das sich um Obdachlose kümmert.

Jene privaten Initiatoren aus Österreich, die schon über 4000 Unterschriften aus 40 Ländern für die Rehabilitierung von Erzbischof Róbert Bezák gesammelt haben, stellten in einer Pressekonferenz am 18. Juni 2014 in Wien die Nominierung von Pater Anton Srholec für den Bruno Kreisky-Menschenrechtspreis offiziell vor.

Unterstützt wurde die Nominierung von 78 namhaften Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik und Kirche aus mehreren Ländern. An die Spitze dieses Personenkomitees stellte sich der ehemalige österreichische Caritaspräsident Franz Küberl. Er begründet auf der Pressekonferenz die Nominierung von P. Srholec damit, dass er ein außergewöhnlicher Mensch ist, der sich seine eigene Würde und die Überzeugung von der Würde und Gleichberechtigung aller Menschen, durch nichts hat brechen oder nehmen lassen. Weiter: Menschen wie Srholec braucht die Slowakei, Österreich und die Kirche wie einen Bissen Brot. Er bedankt sich auch bei den 4 Familien, die die Nominierung initiiert haben mit den Worten: „Keine Institution hätte das aufgegriffen“.

Frau Gabriele Matzner betonte, Bruno Kreisky würde eine Verleihung an Pater Srholec befürworten. Walter Persché meinte, mit der Anerkennung und Würdigung dieser Lebensleistung kann dieser Mensch in unserer an beispielhaften Persönlichkeiten so armen Zeit auch vielen jungen Menschen Vorbild, Ansporn und Orientierung werden.

Miroslav Kocúr erzählt sehr Persönliches über seine Begegnungen als junger Student mit Pater Antonio. Besonders seine Menschlichkeit und Unmittelbarkeit beeindrucken ihn bis heute. Schon die Nominierung für den Bruno Kreisky Preis ist eine öffentliche Anerkennung, dass es nicht vergessen wird, und ein Zeichen von der internationalen demokratischen Gesellschaft und zugleich ein Zeichen für sie.

Die Entscheidung der Stiftung, dass Srholec der Bruno Kreisky-Preis nicht zuerkannt wird, ist selbstverständlich zu akzeptieren. In typischer Manier kommentierte Pater Antonio die Entscheidung mit den Worten: „Mir tut es nicht Leid, aus dem lebt man nicht. Mir macht es Freude, wir sind auf einem Schiff und träumen, leiden und arbeiten für eine bessere Kirche und Welt“.

Die Überreichung des Leopold Kunschak-Anerkennungspreises an Pater Srholec am 22. Mai 2015 im Wiener Parlament bestätigt die Richtigkeit der Bemühungen. Wir Initiatoren bedanken uns beim Kuratorium des Kunschak-Preises, unseren treuen Unterstützern, besonders beim ehemaligen Vizekanzler und Vorsitzendem des IDM (Institut für den Donauraum und Mitteleuropa) Dr. Erhard Busek sowie dem Personenkomitee unter Vorsitz von Caritasdirektor Steiermark Franz Küberl.

Wir dürfen uns alle über die Zuerkennung des Preises freuen, weil er nicht nur die Person Srholec würdigt, sondern auch die Notwendigkeit zum Ausdruck bringt, unsere östlichen Nachbarn in unser Blickfeld zu rücken und gemeinsam für eine bessere Kirche und Welt, wie es Pater Antonio ausdrückt, zu träumen, leiden und zu arbeiten.

Preisträgerkarte Kunschak Preis 2015