Trauriger Jahrestag

Pred 20 rokmi spôsobila kauza Groer lavínu. Tisíce obetí boli odškodnené, kardinálne otázky však zostali.

In einem Artikel der Tageszeitung KURIER schrieb Josef Votzi am 5. April 2015: Vor 20 Jahren hatte es der jetzige Wiener Kardinal Christoph Schönborn wohl nicht leicht: Offiziell sollte der damalige Kardinal Hans Hermann Groer als Hauptzelebrant die Ostermesse feiern. Der aber versank in Schweigen, weil er – gerade einige Tage vor Ostern 1995 – von einem ehemaligen Schüler in der Wochenzeitung PROFIL des sexuellen Missbrauchs schwer belastet wurde.

Diese Veröffentlichung führte damals zu Ereignissen, wie sie in der katholischen Kirche kaum zu erwarten waren: Kardinal Groer trat zurück und löste damit eine Welle von Lawinen in der Kirche in der ganzen Welt aus.

Zugleich war es die Geburtsstunde des österreichischen Kirchenvolksbegehren: eine halbe Million Menschen verlangten damals Reformen in der Kirche: transparente Bischofsnominierungen unter Teilnahme der Bevölkerung, Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt, Frauenpriesterweihe und vieles andere.

Der erstmals öffentlich diskutierte sexuelle Missbrauch in der Kirche führte weltweit zu Gründung der Untersuchungskommissionen; alleine in Österreich wurden 1.700 Fälle registriert, die österreichische Kirche musste den Opfern 17 Millionen € zahlen. In anderen Ländern der Welt, vor allem in USA, gingen Diözesen wegen dieser Zahlungen bankrott.

Die tatsächliche Zahl der Mißbrauchsfälle ist laut Experten aber viel höher: viele ehemalige Opfer sind gestorben, andere haben sich verbittert zurückgezogen, schweigen und wollen mit der Institution-Kirche nichts mehr zu tun haben.

Daran trägt die Politik des früheren Papstes Johannes Paul II. große Mitschuld; angeblich wusste er von den Missbrauchsfällen, entschloss sich aber trotzdem für eine Taktik des Schweigens und der Vertuschung. Statt konkrete Maßnahmen zu setzen, hoffte er wohl, dadurch die Glaubwürdigkeit der Kirche zurückzugewinnen.

Anlässlich dieses Jubiläums äußerte sich auch Helmut Schüller, Vorstand der internationalen Priesterbewegung „Pfarrer-Initiative“ im KURIER: „Zwanzig Jahre danach sind Bischofsernennungen nach wie vor ein Geheimverfahren…wenn wir nicht bald etwas tun, werden unsere Gemeinden zerbröseln…noch ist nicht absehbar, ob sich unter Franziskus etwas ändert, wenn aber alles so bleibt, wird die Erosion der Kirche unaufhaltbar weitergehen.“

Hinweis auf den ganzen Artikel von KURIER